Jugendschule

„Projekt Jugendschule“

Die Gründung der Jugendschule ist die konsequente Weiterentwicklung des
pädagogischen Konzeptes der Montessori-Schule Eberharting für die
7. und 8. Klasse. Das Projekt bietet uns die Möglichkeit, die Jugendlichen in der für sie schwierigen Phase der Pubertät bestmöglich zu begleiten. Mithilfe der praktischen Erfahrungen können die Jugendlichen abstrakte und theoretische Lerninhalte für sich selbst sinnvoll verknüpfen.

Und so geht´s: die Jugendschule ganz praktisch

Die Arbeitsschwerpunkte der Projektgruppen liegen in den Bereichen
ökologischer Gartenbau, Tierhaltung, Handwerk (Schwerpunkt Holz),
Wirtschaften (Buchführung und Verkauf), Verpflegung (Kochen und
Vorratshaltung) sowie Kultur und Kunst.
In den zusätzlichen Projektwochen soll wechselnd auf die Bereiche Theater,
Musik, Tanz und Kunst(-handwerk) eingegangen werden.
Die Projektgruppen arbeiten nicht isoliert voneinander, unterstützen sich
nach Bedarf gegenseitig, z.B. bei jahreszeitlichen Arbeiten, wie Aussaat und
Ernte. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Gruppen statt: Es
wird geplant, koordiniert, dokumentiert und präsentiert.
Gemeinsame, selbstorganisierte und selbstfinanzierte Wanderungen, Reisen und thematische Ausflüge sind fester Bestandteil des Schuljahres.

Zeit und Räume

Im Stundenplan der jahrgangsgemischten Klassenstufen 7 und 8 sind über das ganze Schuljahr verteilt 7 Wochen Jugendschule mit verschiedenen Themenschwerpunkten vorgesehen. In diesen Wochen arbeiten die Schüler in Projektgruppen. Während der übrigen Zeit findet zudem ein fester Jugendschultag pro Woche und weiterhin Kurse und Übungszeiten statt, die die Inhalte aus der Jugendschule aufgreifen und vertiefen. Angrenzend an das Schulgelände steht für die Jugendschule ein gepachtetes Grundstück mit altem Obstbaumbestand und Freifläche zur Verfügung. Zusätzlich können ein Gewächshaus, kleine Stallungen, ein Folientunnel, eine Holzwerkstatt, das Kunst-Atelier der Schule sowie ein kleiner Versammlungsraum im Glashaus genutzt werden.

Begleitung

Um die Schüler in Projektgruppen von maximal 10 Schülern aufteilen und professionell anleiten zu können, sind neben Lehrkräften auch Experten aus den oben genannten Tätigkeitsbereichen nötig. Zwei davon sollten idealerweise durchgehend vor Ort sein, und nach Bedarf werden weitere außerschulische Experten hinzugezogen. Die Lehrer stellen die Verbindungen zwischen den konkreten Projekten und den Lehrplaninhalten her und haben die Aufgabe die Gruppenprozesse pädagogisch zu begleiten. Die Experten hingegen bringen durch ihren Blick von außen und ihre fachliche Souveränität große Ernsthaftigkeit und Professionalität in die Arbeiten der Schüler. Dabei haben sie ein besonderes Augenmerk auf die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten und Notwendigkeiten.

Pädagogischer Hintergrund

Bereits Maria Montessori hatte die Idee, den Schulaltag für die
12-16 jährigen Jugendlichen in einer „Jugendschule“ anders zu gestalten, um den besonderen Bedürfnissen dieser Altersgruppe Rechnung zu tragen. Sie sprach dabei vom „Erdkinderplan“ und schrieb über diese Phase im Leben der Jugendlichen:

„Die Umwandlung ist beachtlich. Man hat diese Epoche als Wiedergeburt bezeichnet. Man wird wahrhaftig zum zweiten Mal geboren. Es ist also eine Geburt zu einem anderen Leben. Das Individuum wird zu einem sozialen Neugeborenen.“ (Maria Montessori)

Heute bestätigt dies auch die Neurowissenschaft und kann den Verlauf und die Ursachen dieses Umbruchs durch einen Umbau der Strukturen im Gehirn erklären. In der Altersstufe von 12-16 Jahren rücken zunehmend persönliche Fragen in den Vordergrund, es entsteht der Wunsch nach zunehmender Unabhängigkeit. Die Frage nach der eigenen Rolle in der Gesellschaft beschäftigt den Jugendlichen sehr. Die Jugendschule soll es ihnen ermöglichen in herausfordernden Projekten echte Erfahrungen zu machen und sich in der Gemeinschaft zu erproben. Durch die Zusammenarbeit in Projektgruppen entstehen Verbindlichkeiten und die Jugendlichen lernen soziale Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig schaffen sie sich durch das eigene Wirtschaften eine gewisse Unabhängigkeit. Die Themen der Projekte entstammen keinem vorgegebenen Lehrplan, sondern entstehen aus konkreten Notwendigkeiten, z.B. muss man sich in einem Garten mit der Bewässerungssituation auseinandersetzen. Dabei sind alle Lern- und Arbeitsprozesse exemplarisch zu sehen. Handwerkliches Tun und das Finden kreativer Lösungen sind die Stärken dieser Altersstufe und stehen deshalb im Vordergrund. Diese praktischen Erfahrungen bilden die Basis für die Natur-wissenschaften in den weiterführenden Jahrgangsstufen. So sind wir dabei eine Jugendschule zu entwickeln, die sowohl an die Ideen des Erdkinderplans anknüpft als auch Impulse und positive Erfahrungen der Montessorioberschule Potsdam mit einbezieht.“

Termine
  • 01.05.2019
    um 12:00 - 17:00 Uhr | Eberharting / Lohkirchen
    Maifest im Erdkinder-Projekt e.V.
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